KI-Governance aufbauen: fünf Schritte zum EU AI Act

Kurz zusammengefasst: EU-AI-Act-konforme KI-Governance entsteht nicht durch ein Dokument. Sie entsteht durch ein System: KI erfassen, Risiken einordnen, Verantwortung klären, Mitarbeitende befähigen und Entscheidungen nachvollziehbar dokumentieren.

Kurz-FAQ

Was verlangt der EU AI Act zuerst?

Praktisch wichtig sind zuerst KI-Kompetenz, Überblick über eingesetzte KI-Systeme, Risikoeinordnung und klare Verantwortlichkeiten.

Welche Unternehmen sind betroffen?

Betroffen sind Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln, anbieten oder im geschäftlichen Kontext einsetzen. Die konkreten Pflichten hängen von Rolle und Risiko ab.

Wie startet man in 90 Tagen?

Mit Bestand, Risikomatrix, KI-Richtlinie, Rollenmodell, Entscheidungsprotokoll und ersten Schulungen. Danach wird Governance laufend verbessert.

EU AI Act Readiness in 5 Schritten: KI erfassen, Risiken einordnen, Rollen klären und Governance im Mittelstand pragmatisch umsetzen.

So bauen Sie KI-Governance in fünf Schritten auf

Sie wollen KI im Unternehmen einsetzen und nachvollziehbar entscheiden. Dafür brauchen Sie einen Überblick über Ihre Werkzeuge, klare Rollen und Regeln, die Ihre Teams verstehen. Ein Neunzig-Tage-Programm hilft Ihnen, den Aufbau zu planen. Ob und welche gesetzlichen Pflichten Sie erfüllen, hängt von Ihrer Rolle, den Systemen und dem konkreten Einsatz ab.

1. Erfassen Sie Ihre KI-Werkzeuge

Listen Sie mit IT und Fachbereichen auf, welche KI im Alltag zum Einsatz kommt. Erfassen Sie Zweck, verantwortliche Person, Datenarten und Zugriff. Dazu gehören auch KI-Funktionen in Software, die Ihr Unternehmen schon verwendet.

Beginnen Sie mit einem KI-Inventar. Es zeigt Ihnen, welche Anwendungen Sie als Nächstes prüfen sollten.

2. Prüfen Sie Risiken und Ihre Rolle

Entscheiden Sie für jeden Einsatz: Wen betrifft das Ergebnis? Welche Daten fließen hinein? Was passiert, wenn die KI falsch liegt? Klären Sie außerdem, ob Ihr Unternehmen als Anbieter, Betreiber oder in einer anderen Rolle handelt.

Bei einem Verdacht auf Hochrisiko-KI binden Sie Ihre Fachleute ein. Eine erste Ampel ersetzt keine Prüfung nach dem EU AI Act. Der Beitrag zu Hochrisiko-KI hilft Ihnen, die Fragen vorzubereiten.

3. Legen Sie Regeln und Verantwortung fest

Ihre Mitarbeitenden brauchen Antworten: Welche Werkzeuge sind freigegeben? Welche Daten bleiben draußen? Wer prüft Ergebnisse, bevor sie das Haus verlassen? Wer entscheidet über neue Anwendungen?

Halten Sie Ihre Regeln in einer KI-Richtlinie fest. Dokumentieren Sie einzelne Freigaben im KI-Entscheidungsprotokoll. Stimmen Sie Datenschutz- und Rechtsfragen mit den zuständigen Fachleuten ab.

4. Schulen Sie Ihre Teams an echten Aufgaben

Üben Sie mit Beispielen aus Ihrem Unternehmen. Wer Texte entwirft, braucht andere Prüfschritte als jemand, der KI für Personalentscheidungen bewertet. Erklären Sie die Grenzen der Werkzeuge und wie Mitarbeitende bei Unsicherheit vorgehen.

Halten Sie fest, welche Maßnahmen Sie zur KI-Kompetenz ergreifen. Ein bestimmtes Zertifikat verlangt Artikel 4 nicht. Entscheidend sind Maßnahmen, die zur Rolle und zum Einsatz passen.

5. Prüfen Sie, was im Alltag funktioniert

Vereinbaren Sie, wann Sie neue Tools, Vorfälle und offene Fragen prüfen. Passen Sie Ihre Regeln an, wenn sich Systeme oder Aufgaben ändern. Ein einfaches Protokoll hilft, Fortschritte und Entscheidungen nachzuhalten.

Im Neunzig-Tage-Programm vereinbaren Sie vor dem Start, was Sie erreichen wollen. Im Readiness-Audit klären Sie zunächst Ihre Ausgangslage und erhalten einen Plan für die nächsten 30 Tage.

Welche Frist gilt für Ihr System?

Die Transparenzpflichten nach Artikel 50 gelten seit dem 2. August 2026. Die Hochrisiko-Pflichten folgen je nach Systemgruppe am 2. Dezember 2027 oder am 2. August 2028. Prüfen Sie auch Übergangsregeln und Ihre konkrete Rolle. Der Überblick zu den Fristen führt Sie zu den nächsten Fragen.

Quellen